Endlich: Bibliothek und PAP

Am Weg zur Bibliothek treffen wir endlich Richard und ich freue mich ziemlich meinen Freund wieder zu sehen. Er zeigt unserner Gruppe den Publich Access Point und die Bibliothek. Der PAP ist in sehr gutem Zustand. Ein Netzteil ist kaputt sonst funktionieren noch alle Rechner. Die Verkabelung ist mit Tape fixiert - "to avoid the cables growing legs" wie Richard erläutert. Nach dem ein Stromstoss bereits ein Netzteil gekostet hat wurde ein "Surge Protector" vor die Steckleisten eingebaut. Überall hängen Zettel an denen die URL zum Projekt Gutenberg Mirror steht und Akim zeigt uns voller Stolz dass die Liste der PAP Nutzung über 2 Seiten lang ist. Meine Hoffnungen in Akim scheinen berechtigt gewsen zu sein. Mittlerweile hat er auch die Aufgabe den Leuten den Computer zu zeigen und ihnen beim finden von E-Books zu helfen. Hauptsächlich freuen sich die Leute über den Gutenberg Mirror und nutzen die Computer zum Schreiben von Seminararbeiten fürs Collage oder High School. Akim scheint sich sehr zu freuen "Mr. Rupii" wieder zu treffen und ist sichtlich stolz auf seine Computerkenntnisse. Die schlechte Nachricht ist dass es gerade kein Internet in Binga gibt. Möglicherweise am Montag Nachmittag, eher erst Dienstags.

Anschliessend wird der Rest des Aufenthalts der Reisegruppe besprochen und Richard erklärt uns den Plan für die Function morgen. Dabei wird definitiv dass Pam und ich mit zur Function fahren. Richard hat selbige mit vorbereitet und eine Menge Arbeit in das Projekt in Siabuwa gesteckt - unmöglich dass er nicht bei der Function ist. Er wird sogar eine Stunde vor allen anderen Aufbrechen müssen um eine Gruppe von Kindern aus der ... School in ... nach Siabuwa zu bringen. Sie bilden eine Buntibe Gruppe - etwas sehr aussergewöhnliches dass Kinder Ngomo Buntibe machen und es gab anscheinend eine grosse Debatte um die Nutzung der alten Trommeln. Die Ältesten befürchteten dass die Kinder mit der grossen spirituellen Kraft der alten Trommeln nicht umgehen können und dann alle ins Bett machen. Letztendlich hat der Basilwizi Trust eigene Trommeln für die Kinder organisiert. Zwischendurch hat mich das Kamerateam auf ein kurzes Interview in der Bibliothek entführt. Nachdem das alles auf ein paar Minuten in Oberösterreich Heute hinauslaufen wird bin ich guter Dinge dass meine Wortmeldung untergeht.

Alex und Roland faseln irgendwas von Lichtverhältnissen und Bildern.. der Rest von uns schaut nebenan ins Batonga Museum. Klaus hat vor einigen Jahren an einer Soundinstallation für das Museum mitgewirkt und ist schon ganz kribbelig. Die Installation wurde während eines Workshops im Studio des Tonga Online Projekt erstellt und untermalt die Fluss und die Homestead Scene im Museum. Er nimmt es auch nicht wirklich gelassen als ein Mitarbeiter vom Museum ihm erklärt dass er 5$ Eintritt zahlen soll. Nachdem Peter ein Wort mit dem Museumsleiter wechselt ist das aber schnell geklärt: Leute die mitwirken müssen keinen Eintritt zahlen. Als der Leiter uns ins Museum bringt bestätigen sich die Befürchtungen von Klaus: kein Sound. Auf einer Seite fehlen sogar die Boxen und die andere schweigt. Es stellt sich heraus dass Klaus besser auch beim Aufstellen dabei gewesen wäre: 30m ungeschirmtes Audiokabel und der Stromanschluss für den offensichtlich kaputten CD-Player ist einfach angezwirbelt.. wo das Equipment für die 2. Installation geblieben ist lässt sich gar nicht in Erfahrung bringen. Aber ich bin froh über den Besuch da ich beim letzten Aufenthalt in Binga keine Gelegenheit dazu gefunden habe. In einem grossen Raum wird das Leben der Tonga vor der grossen Katastrophe dokumentiert. Auch eine der tradionellen Wasserpfeifen aus Kürbis ist ausgestellt. Das Schild daneben bringt mich zum Schmuzeln: Die traditionelle Füllung der seit dem 14.Jhdt. verwendeten Pfeifen ist nicht Tabak.

Anschliessend schauen wir ins "Binga Craft Center" dass auch am selben Gelände ist. Hier werden die tradionellen Körbe und andere lokalen Produkte verkauft. Allerdings haben sie gerade kaum Ware hier, das meiste ist in Bulawayo am Stand in der Handelsmesse. Pam findet trotzdem einen Korb der ihr gefällt.

Während wir darauf warten dass Bongo mit dem Auto kommt und uns abholt geht ein Teil von uns mit dem Kamerteam rüber ins Business Center. Wir wollen Wasser für die Fahrt morgen kaufen und sie wollen unbedingt Impressionen von der "Stadt" Binga einfangen. Nachdem das Business Center einer der wenigen Plätze ist wo zwischen 2 Häusern kein Busch steht (vielleicht abgesehen von den Wohngegenden) wollen sie unbedingt ihre Bilder. Ich bin ziemlich froh dass wir allen offiziellen Stellen erzählt haben dass Alex und Roland als Teil der Rotary Delegation alles dokumentieren denn unaufälliger als Weisse mit einer Fernsehkamera am Stativ kann kein Mensch in Binga sein. Leider hat der Spar Markt nur mehr 15 1/2l  Flaschen Wasser.

Letztedlich stirbt der Plan noch im ITC der Binga High vorbeizuschauen, das Licht wird gerade ideal zum Filmen und wir schauen runter Richtung See zum kleinen Hafen in der Kulizwe Logde und dann weiter zur Krokodil Farm. Wir hatten allerdings Gelegenheit Nielpferdnasen und Krokodilsaugen aus dem See lugen zu sehen. Abschliessend wird noch auf ein kühles Getränk ins Rest Camp von wo wir zum Abendessen im Tusimpe abgeholt werden.

Wir hätten es fast geschafft pünktlich zum Abendessen anzukommen, während wir noch am Parkplatz stehen kommen aber die Rotarier aus Bulawayo und mit ihnen Frank. Ein grosses Palawer findet statt und ein paar unangenehme Punkte über die Function am Samstag kommen zu Tage. Der District Council weigerte sich irgendeinen Beitrag zu leisten und ein Councilman hat auch angedeutet dass es Leute im Council gibt die den Eindruck haben wir wollen ihnen den PAP aufs Auge drücken. Neben dem Problem dass AZFA nicht darauf vorbereitet ist 6000$ für die Function auszugeben der ausschlagebende Punkt: der PAP wird am Samstag nicht offiziell dem Council übergeben. Mit dieser mangelnden Unterstützung im District Council ist auch zu befürchten dass die Computer nicht lange im PAP bleiben und stückchenweise im District Council verschwinden. An Stelle der Function werden wir eine Präsentation über die Möglichkeiten im PAP geben.

Das heisst wir TechnikerInnen werden wenn wir müde von Siabuwa heimkommen in den PAP gehen und uns $irgendwas einfallen lassen müssen.