Die Reise nach Binga

Die Victoria Falls Road ist eine Überlandstrasse die Bulawayo mit Vic Falls verbindet. Das ganze Land hier besteht mehr oder weniger aus Busch. Ca. 80km nach Bulawayo ist der Boden durch Kalahari Sand geprägt und weniger fruchtbar. Das Land ist aber alles andere als unbwohnt. Kleine Hüttendörfer - sogenannte Homesteads - im Abstand von 100 - 150m neben der Strasse,  ab und zu eine Kreuzung zeugen davon. Hin und wieder gibt es eine Polizeikontrolle (3 insgesamt) - der Sinn hat sich mir aber nicht erschlossen, denn nach einem kurzen Blick ins Auto werden alle durchgewunken.Die Landschaft hinter Bulawayo wird hügelig und es ist schon deutlich grüner , der Frühling ist hier etwas weiter fortgeschritten.Auf halben Weg nach Vic Falls liegt "Half Way" und dort gibt es eine grosse Raststation. Peter und Richard sind mit dem Eigentümer wohlbekannt und wir haben uns beim Essen gut unterhalten. Er war sogar eine Zeit in Europa, das Leben war ihm aber viel zu stressig und er ist zurück nach Zimbabwe. Hier leitet er nicht nur die Raststation sondern auch eine Safari Lodge. Er hat uns  einen Kontakt mit einem Provider gegeben der Satelitenuplink mit WLAN verteilt, v.a. in der Tourismusindustrie hier verbreitet. Es klingt zwar ein bischen teuer, könnte aber das Uplink Problem in Binga lösen. Hier hab ich auch das erste mal jemand getroffen die Deutsch spricht, eine Studentin aus Vic Falls die zur Zeit in Heidelberg studiert und über die Ferien zurück in Zimbabwe ist.In Dete ist die Kreuzung an der die Binga Road von der Victoria Falls Road abgeht. Wir bleiben kurz stehen, bei meinem Rückweg werd ich hier abgesetzt und muss auf einen Bus umsteigen. Mir wird erklärt dort wo die Ziegen sind muss ich stehen und einfach dem nächst besten Bus winken, es fahren eh alle nach Victoria Falls..Die Strasse wird schmäler und ist auch nicht mehr so gut. Durch die Berge schlängelt sich die Strasse von der Hochebene hinab ins Zambezi Tal. Wenn sie im Tonga Gebiet ankommt ist die Vegetation deutlich dünner als auf der Hochebene. Dass mensch nicht mehr im Nbedele Gebiet ist wird sofort am Design der Homesteads deutlich. Eselkarren - ein Gespann mit 3 Esel davor ist hier üblich - sieht mensch auch mehr.Am Weg machen wir noch in Siachilaba Pausen. Hier bekomme ich zum ersten Mal mit dass ein Village nicht mit einem Dorf in Österreich verglichen werden kann. Das karge Land zwingt die Leute dazu sich relativ weit zu verstreuen und zwischen den Homesteads die ein Village bilden liegen oft über eine Stunde zu Fuß - mit dem Auto kann mensch die wenigsten erreichen. Als ersten bleiben wir in der Secondary School stehen und hier gibt es die erste sehr positive Überraschung. Mittlerweile ist hier eine Lehrerin für IT zuständig. Leider ist sie relativ zurückhaltend und wenig gesprächig, wir versuchen sie zu überreden am Workshop teilzunehmen, das ITC der Schule will jemand anderen schicken. Hoffentlich haben wir sie überzeugt dass es wichtig ist dass sie selbst kommt. Ein schönes Stück die Strasse weiter sind 2 Stores am Strassenrand. Wir bleiben kurz stehen um einen alten Freund von Peter zu begrüssen und fahren dann zur Primary School weiter um uns wegen der Feier morgen zu erkundigen. Wir erfahren dass es schon um 8 in der Früh losgeht weil wichtige Ehrengäste danach noch einen Flug von Vic Falls erwischen müssen, darunter die britische Botschafterin.Es wird dunkel bevor wir Binga erreichen und die Kühe auf der Strasse werden mehr.. einer der Gründe warum hier keine weiten Strecken im Dunkeln gefahren werden. Binga ist eine typisches Crossing Setup, von der Kreuzung aus hat sich die "Stadt" in den Busch ausgebreitet. Entsprechend gibt es hier nicht sowas wie eine Ortseinfahrt und wenn mich Peter nicht darauf aufmerksam gemacht hätte dann wäre ich nie auf die Idee gekommen dass wir schon in Binga sind. Wir schauen noch beim hiesigen Basilwizi Office vorbei und laden die 100kg Mais aus die wir mitgenommen haben, dann gehts zur Bibliothek und wir schaffen es gerade noch die Kisten auszuladen bevor es stockdunkel ist.Als wir im "Rest Stop" etwas ausserhalb von Binga Richtung Kariba See ankommen sind wir von der Reise alle gerädert. Aber das ist die erste Unterkunft hier die nicht hauptsächlich von Wohlhabenden und weissen Touris frequentiert ist.