Besuch in den IT Centers

Nachdem aus einem Tag arbeiten im PAP zwei wurden war der Plan 5 bis 6 IT Centers zu besuchen viel zu ambitioniert. Für die Schulen in denen schon die Media Clubs eingerichtet sind haben wir auch jeweils einen Stoss Zeitungen mit die als Anschauungsmaterial und Beispiel für die Clubs dienen sollen.

Als erstes besuchten wir die Manjolo High School. Bei meinem letzten Besuch war dies noch eine Secundary School. Letztes Jahr schafften sie aber die höchste Rate an SchülerInnen die den "ordenary Level" Abschluss schafften und wurden dafür mit einem Preis ausgezeichnet und dürfen ab diesem Jahr auch die letzten 2 Jahre bis zum "advanced Level" anbieten und sind zur High School aufgestiegen. Weiters beschloss Econet (eine private Telekom Firma) der Schule eine VSat Internetzugang zu sponsern und sie soll zu einem "Recource Center" für ITC in Schulen im District werden. Der Internet Zugang funktioniert leider noch nicht und so konnte ich dem überforderten IT Lehrer leider keine praktischen Beispiele für seine Fragen zeigen. Zumindest hat er heute den Begriff IP Addresse gelernt. Das Problem mit den temporären LehrerInnen zeigt sich hier schon in der Praxis. Letzten September hat ein Lehrer dieser Schule den Netzwerk Grundlagen Workshop besucht, mittlerweile ist er nicht mehr an der Schule und es gibt hier keinen Menschen der sich mit Netzwerktechnik auch nur ein bischen auskennt.

Die nächste Schule am Weg war die Kariyangwe High. Wieder eine Schule in der es kaum Möbel für den Computerraum gibt. Von den 10 Computern gibt es nur einen der unter Ubuntu läuft. Der IT Lehrer hatte das Problem dass die Windows Installationen alle "langsamer werden" - hier war ich auch überfragt. Aber warum sich die Maschinen auf einmal ausschalten kann ich ihm beantworten. Bei 40°C Umgebungstemperatur überhitzen die CPUs. Eine Lösung für dieses Problem hatte ich allerdings auch nicht. Die Lüfter und Kühler der Rechner waren alle sauber, die Maschinen sind für diese Umgebung einfach nicht ausgelegt.

Der Computerraum der Pashu High sieht allerdings noch schlimmer aus. Normalerweise gibt es hier zumindest Möbel, nachdem gerade Prüfungszeit ist wurden sie jedoch entfernt um die vorgeschriebene Sitzordnung für die Prüfungen herstellen zu können. Auch der hier gelagerte Mais ist anscheinend deswegen hier her verlagert worden. Die Schule hat allerdings auch keinen echten IT Lehrer und wir werden vom Leiter des lokalen Media Club herumgeführt. Hier lerne ich zum ersten mal Mitglieder eines der Media Clubs kennen. Anscheinend sind sie schon fleissig am sammeln von Artikeln.

Die letzte Schule die wir besuchten war die Tinde Secondary School und ich traf einen Teilnehmer des Workshops von letzten September wieder. Er ist zuständiger IT Lehrer hier und zeigte mir auch stolz das Netzwerk dass Richard und er aufgebaut haben. Die Rechner funktionierten alle und laufen unter Ubuntu, nur mit einem Switch gibt es ein Problem: das Netzteil ging kaputt. Auch hier wurde ein Media Club gegründet und das Artikelschreiben wurde schon begonnen.

Eigentlich wollte Josias noch die Sianzyundu Secondary besuchen aber es war schon zu spät um noch jemand anzutreffen. Zumindest das Zeitungspacket für den Mediaclub konnten wir hinterlegen. Ausnahmsweise war es meine Schuld dass wir so lange brauchten aber ich wollte mir die Zeit nehmen mit jedem IT Lehrer ein ausführlicheres Gespräch zu führen. Entsprechend bin ich mit einer Liste von Problemstellungen und Anliegen im Tusimpe angekommen die es uns ermöglichen sollte in Zukunft genauer auf die Bedürfnisse einzugehen.

Binga ist ein grosser District, am ende des Tages waren über 250km mehr am Zähler. Leider war es auch der heisseste Tag seit Jahrzehnten. Bis zu 46°C wurden im District gemessen.

Welches Arbeitstempo Du da hinlegst, Rupi, ist schon bemerkenswert. Schade dass ich nicht dabei sein konnte. Aber wir sehen uns ja bald.
Die Windows Installationen werden wirklich immer langsamer, weil ja ständig neue Software dazukommt (gewollt oder ungewollt), meist blockieren dann Netz- oder übermäßige Hardwarezugriffe die Performance. Schnell sind dann die PCs an ihrer Arbeitsgrenze. Aber damals als das Projekt begann, gab es noch kein (zumindest für uns) brauchbares Linux. Ich habe vor ein paar Jahren an einem Rechner in Sianzundu Xubuntu installiert - quasi im Vorbeifahren, damit irgendwas geht - und siehe da, plötzlich lief die Maschine wieder. Um den Drucker einzurichten musste allerdings dieser erste einmal repariert werden, was dann doch scheiterte. Zeit braucht man da, die ich meist nicht hatte - was eigentlich in Afrika ein völliges Unding sein sollte.

Na dann gute Fahrt in die Hauptstadt - fährst über die dust road via Gokwe?

Klaus