Amakhosi Kulturzentrum Bulawayo

Als wir hier angekommen sind und Cont den Gründer dieses Kulturzentrums begrüsten hat er Peter kurz umarmt und mich gleich danach an der Hand genommen und gesagt "lets leave Peter, he's a homeboy anyway. But you are a visitor and I have to show you this place". So hab ich eine Tour durch dieses wirklich atemberaubende Kulturzentrum bekommen.1995 wurde hier am Stadtrand von Bulawayo, gleich neben dem Anfang der wichtigen Verbindungsstrasse Richtung Victoria Falls begonnen ein Zentrum zu bauen. Den zentralen Punkt bilden eine Reihe von verschiedenen Bäumen, jeder mit einer Verbindung zu einer Form von künstlerischem Ausdruck. Von Theater über Musik, Tanz bis zu Fernsehen und kulturellem Austausch. Hier haben junge Leute (von 5 aufwärts) die Möglichkeit künstlerischen Ausdruck zu lernen. Am Anfang gruppieren sich die Leute rund um die Bäume die ihrer Form von Ausdruck zugeordnet sind. Dabei wird auch das Wissen über diese Bäume an junge Menschen weitergegeben.Cont betont dass lernen sich auszudrücken wichtig ist wenn mensch lernen will Dinge zu hinterfragen und sich zu einem kritischen Menschen zu entwickeln.Aktuell gibt eine Art Talentsuche und Wettbewerb der "Dream to Fame" genannt wird. Während des Sommers gibt es öffentliche Präsentationen im Amphietheater des Zentrums wo TeilnehmerInnen für das Finale im November gewählt werden. Das gibt es in verschiedenen Kategorien wie Tanz, Gesang etc. Im Winter versuchen sie eine Tour mit den SiegerInnen zu organisieren um die Kultur wieder hinauszutragen.Das ist aber nur ein kleiner Teil der Arbeit hier. Sie haben eine Filmakademie, Theaterworkshops, Proberäume wo zur Zeit 16 Bands proben - die nicht nur Platz sondern auch Instrumente zur Verfügung gestellt bekommen, Tanz etc. Praktisch jede Form künstlerischen Ausdrucks wird hier gepflegt.Früher war das Zentrum vor allem auf Spenden angewiesen, sie haben aber recht schlechte Erfahrungen damit gemacht da  Unterstützung von aussen auch von heute auf morgen verschwinden kann und meistens mit mehr Einfluss auf das Zentrum verbunden war als ihnen lieb war. Heute stehen sie auf eigenen Beinen, vor allem mit Partnerschaften mit der Unterhaltungsindustrie und lokalem Business. Das sei zwar auch nicht das Beste aber zumindest kalkulierbar. Mangel gibts natürlich wie überall in diesem Land auch hier. Die Beleuchtungsanlage für die Bühnen ist schon lange kaputt und zumindest 2 weitere Computer wären gut zu haben.Gerade im Bau auf dem Gelände ist ein kleines Hüttendorf. Unterbringung ist extrem teuer und das Haupthindernis für Kulturaustausch Programme. Um z.B. ein Projekt mit Tanzgruppen aus Tansania zu ermöglichen mauern sie Hütten in tradionellem Stil in dem KünstlerInnen wohnen können. Sie sollten fertig sein wenn wir im April/Mai wieder hier her kommen. Stix - der kleine Bruder von Cont, kaum älter als 60 - und Cont haben uns eingeladen das als Bleibe bei unserem Aufenthalt zu nutzen.Das Zentrum ist hier in Bulawayo fix verankert. Heute morgen war in der der regierenden Zanu/PF nahestehenden Zeitung ein Artikel über die "Dream to Fame" mit einem Foto von Conte. Der wäre eigentlich selber ein Theatermacher, ist aber de facto mit Publikations und Aufführ Verbot belegt. Nachdem einige Vorstellungen von der Polizei beendet wurden ist Conte vom Provinzpolizeichef klar gemacht worden dass das immer passieren wird wenn er etwas aufführen will. Cont meint sie würden ihn in Ruhe lassen wenn er im Ausland seine Stücke aufführen würde, aber er sieht keinen Sinn darin. Denn es sind die Leute in Zimbabwe die er erreichen will.Während wir mit Cont redeten trudelten hier immer mehr Kinder ein.. bis der ganze Platz wie ein Bienenhaus summt... ein schwer beeindruckender Platz.