Abend im Book Cafe

Wir sind zufällig an einem recht günstigen Abend um mehr über die aktuellen Verhältnisse in Zimbabwe zu lernen angekommen. Der Students Solidarity Trust veranstaltet im Book Cafe eine Diskussion zum Thema Bildungspolitik und der Hauptforderung der SST das Recht auf Bildung in die Verfassung aufzunehmen.Es mangelt an allem im Bildungsystems. Dass es Schulbücher tatsächlich gibt ist eine relativ neue Errungenschaft. Die Gehälter der LehrerInnen sind auf US$ 176 erhöht worden, davon können sie aber nicht leben. 90% der LehrerInnen geben an dass sie demotiviert sind, was nicht nur an der mangelhaften Bezahlung sondern auch an tätlichen Angriffen gegen LeherInnen in den Schulen liegt (es wurden auch LehrerInnen getötet, hier geht es vor allem um politisch motivierte Gewalt nachdem LehrerInnen oft als Oppositionelle wahrgenommen werden).Es ist quasi unmöglich die vielfältigen Berichte der Probleme des Bildungssystems hier nur ansatzweise wiederzugeben. Aber es gibt einen schon zu denken wenn Bildungsminister Coltart auf einer Podiumsdiskussion die Position vertritt dass es für Zimbabwe unmöglich ist qualitative Bildung für alle zu realisieren. Als wichtigstes Anliegen hat er die Demokratisierung des Bildungssystems und auch der Inhalte genannt. Das soll auch dazu führen dass Gewalt als Lösung für politische Differenzen zurückgedrängt wird.Vor diesem Hintergrund erscheint Schulen und Bibliotheken im Distrikt
Binga mit vernünftiger Infrastruktur auszustatten plötzlich viel
dringender...
Ich würde mir aber in Österreich einmal eine öffentliche politische Debatte wünschen in der dermassen gehaltvolle Statements von PolitikerInnen zu hören sind. Dass PolitikerInnen in so einer Debatte dermassen engagiert auf Fragen aus dem Puplikum eingehen ist warscheinlich sowieso zuviel verlangt.Aber der Abend im Book Cafe hat erst begonnen.. und jetzt wird die Bühne für "pablo & friendz" freigemacht.